1×1 für Waldeigentümer

Waldeigentümer zu sein, bereitet vielen Personen erst einmal eine Menge an Fragen. Die ersten Schritte für Waldeigentümer und wichtige Informationen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Hier finden Sie praktische Tipps für Walderben und eine Checkliste, welche Ihnen die wichtigsten ersten Schritte erläutert.Mehr erfahren
Häufig gestellte Fragen von Waldeigentümern- einfach und kurz erklärt.Mehr erfahren
Waldeigentum ist verbunden mit einigen Rechten und Pflichten, die wir Ihnen hier gerne allgemein vorstellen möchten.Mehr erfahren
Hier finden Sie Maßnahmen, die vom Staat finanziell gefördert werden.Mehr erfahren
Grundsätzliche Vorgehensweise bei der Waldbewirtschaftung.Mehr erfahren
Eine beispielhafte Darstellung, wie ein Wald sich entwickelt wenn er bewirtschaftet wird.Mehr erfahren

Wald geerbt- was nun?

Sie haben ein Stück Wald geerbt und wissen nicht, was nun die nächsten Schritte sein können?

Sie wissen nicht, welche Rechte und Pflichten mit Ihrem Waldeigentum verbunden sind? Sie möchten sich gerne einen ersten Überblick verschaffen bzgl. der Vorgehensweise im Rahmen einer Bewirtschaftung Ihres Waldes?

Mit diesen Fragen stehen Sie nicht alleine da – wir helfen Ihnen sehr gerne bei der Beantwortung: In dieser Rubrik finden Sie wichtige Informationen, über welche Sie als neuer Waldeigentümer verfügen sollten.

Die unten stehende Checkliste vermittelt Ihnen Basiswissen und bietet eine erste Einführung zum Umgang mit Ihrem Wald.

Checkliste für Walderben

Sie haben Wald geerbt. Was wissen Sie darüber?

  • Wo liegt er, wie groß ist er?
  • Welche Baumarten beinhaltet er?
  • Wie alt sind die Bäume?
  • Wurde der Wald bereits bewirtschaftet? Und wenn ja, wie und von wem?

Fertigen Sie eine Liste an, mit allen Informationen, die Sie zu Ihrem Waldeigentum besitzen. Haben Sie nahezu keine Information bezüglich Ihres Waldstückes vorliegen? Das macht nichts! Weiter geht es zum nächsten Schritt!

Jedes Waldgebiet liegt im Bewirtschaftungsbereich eines zuständigen Forstamtes. Dieses vermittelt Ihnen zumeist den Kontakt zu einem Förster, welcher eine Erstberatung für Waldeigentümer bietet. In vielen Bundesländern -jedoch nicht in allen- ist diese erste Beratung kostenlos. Die Forstämter finden Sie im Internet. Jede Webpage der Landesforsten listet alle Forstämter mit dem Zuständigkeitsbereich auf. So finden Sie einfach ihr Forstamt mit den entsprechenden Kontaktdaten vor Ort. Sollten Sie Probleme bei der Auffindung des zuständigen Forstamtes haben, so hilft ein Griff zum Hörer. Sicher wird man Ihnen von Seiten der Forstverwaltungen telefonische Auskunft erteilen, welcher Förster für Sie zuständig ist und Sie entsprechend vermitteln.
Wald finden? Das klingt im ersten Moment verwirrend. Doch viele Eigentümer wissen nicht, wo ihr Wald liegt. Durch mehrere Erbgänge geht das Wissen um das Eigentum und dessen Lage häufig verloren.
Sie sollten jedoch die Lage sowie die Grenzen Ihres Waldes kennen. Nur so haben Sie Rechtssicherheit im Rahmen der Pflege und Bewirtschaftung und vermeiden Missverständnisse mit dem Eigentümer der Nachbargrundstücke. Darüberhinaus ist es ein faszinierender Moment, wenn Sie das erste Mal die Grenzen Ihres Waldes abschreiten und im Schatten Ihrer eigenen Bäume stehen. Glauben Sie uns: Klare Waldbesitzgrenzen sind der Anfang von allem Guten.

Über das Katasteramt oder die dem Forstamt vorliegenden Flurkarten, kann die Lage von Waldstücken bestimmt werden. Fragen Sie diesbezüglich Ihren zuständigen Förster. Dieser kann Ihnen oftmals auch Hinweise zu Ihren angrenzenden Waldnachbarn geben, nachdem er diese vorher um Erlaubnis gefragt hat. Bei unklaren Grenzverläufen wirkt ein Treffen mit dem Nachbarn oftmals Wunder: Eine Einigung per Handschlag spart sehr viel Geld, da die amtliche Neuvermessung von Waldflächen bzw. das Neusetzen von Grenzsteinen mit hohen Kosten verbunden ist. Auch bietet dieser Kontakt die Chance dazu, Wissen mit gleichgesinnten auszutauschen und voneinander zu profitieren. Nicht selten bieten insbesondere ältere Waldnachbarn den reinsten „Fundus“ bezüglich spannender Informationen zu Ihrem Wald.

Die wald-wird-mobil.de gemeinnützige GmbH führt die GPS-Grenzfindung für Kleinprivatwaldeigentümer schon seit vielen Jahren durch und hat somit bereits sehr vielen Eigentümern den eigenen Wald nahe gebracht. Zusammen mit der Privatwaldförderung Thüringen, der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH & Co. KG sowie der finanziellen Unterstützung der Landwirtschaftlichen Rentenbank haben wir zudem Mitte 2015 das Projekt zur „GPS-Findung in Eigenregie“ in Gang gebracht. Im Rahmen dessen wurden unterschiedlich große forstliche Zusammenschlüsse mit GPS-Technik ausgestattet, um Grenzen von Waldflächen aufzufinden und somit den Eigentümern zu helfen. Das Projekt hat zu Beginn in Thüringen gestartet, wir hoffen jedoch, es bei Erfolg auf Bundesebene ausbauen zu können. Vielleicht kann Ihnen dieser Service schon bald durch einen forstlichen Zusammenschluss (siehe Punkt „Betreuungslösungen im Überblick“) in Ihrer Gegend angeboten werden…und vielleicht entscheiden Sie sich am Ende des Tages für eine Mitgliedschaft in einem solchen. Scheuen Sie die Kontaktaufnahme nicht! Informationen zu Zusammenschlüssen in Ihrer Gegend erhalten Sie ebenfalls über das zuständige Forstamt – man kennt sich.

–> Mittels GPS- Technik Waldgrenzen finden

Ist ihr Wald gefunden, treffen Sie sich mit Ihrem Förster oder einem privaten Dienstleister dort, um den Wald zu begutachten. Er kann Ihnen sagen, wann die nächste Maßnahme ansteht und was getan werden muss, um Ihren Wald zu erhalten und wertschöpfend zu pflegen. Wir arbeiten momentan für Sie an einer Lösung, mit Hilfe derer Sie einfach und schnell den passenden Dienstleister in Ihrer Nähe finden.

Darüber hinaus arbeiten wir an neuartigen Lösungen, um Ihnen bald im Rahmen dieser Seite unkomplizierte sowie individuelle Handlungsempfehlungen & Hilfestellungen im Umgang mit Ihrem geben zu können. Schauen Sie öfters mal vorbei, was sich hier tut!

Nun sollten Sie sich entscheiden. Möchten Sie Ihren Wald behalten oder verkaufen? Und wenn Sie ihn behalten wollen, von wem sollen die notwendigen Arbeiten verrichtet werden? Sie können Ihren Wald eigenständig bewirtschaften, oder ihn von Experten beziehungsweise Dienstleistern bewirtschaften lassen.
Oder fragen Sie in ihrem zuständigen Forstamt nach der Möglichkeit von Beförsterungsverträgen. Diese garantieren eine Waldpflege sowie die Durchführung aller notwendigen Arbeiten der nachhaltigen Waldwirtschaft zu einem geringen Pauschalbetrag pro Jahr und Hektar. Darüberhinaus bietet die Forstverwaltung oftmals eine Vermarktung Ihres Holzes an, wenn dieses im Rahmen der Bewirtschaftung anfällt. Im Freistaat Thüringen zahlen Sie beispielsweise bis zu einer Waldflächengröße von 3 Hektar einen Pauschalbetrag von 20€ pro Jahr. Verkauft das Forstamt Ihr Holz für Sie, zahlen Sie zusätzlich 3% bis 5% des Nettoholzerlöses. Alternativ gibt es die Möglichkeit in einen forstlichen Zusammenschluss einzutreten und von der besitzflächenübergreifenden Bewirtschaftung in Gemeinschaft mit anderen Waldeigentümern zu profitieren (siehe nächster Punkt).
Wenn Sie ihren Wald nicht selber bewirtschaften können oder wollen, haben Sie vier Möglichkeiten:

  1. Einem forstlichen Zusammenschluss beitreten
    Viele Privatwaldbesitzer sind in einem forstlichen Zusammenschluss, wie zum Beispiel einer Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) organisiert. Diese bündeln kleine (oder auch größere) Waldeigentumsflächen und bewirtschaften sie flächenübergreifend. Sie bekommen dabei anteilmäßig den Gewinn ausgezahlt und tragen auch die Kosten entsprechend Ihres Anteils. Die Mitgliedsbeiträge schwanken regional. In manchen FBGen zahlt man lediglich einen Beitrittsbeitrag, in anderen einen jährlichen Mitgliedsbeitrag.
  1. Einen Beförsterungsvertrag mit der Forstverwaltung abschließen
    Ein Beförsterungsvertrag wird mit dem zuständigen Forstamt vor Ort abgeschlossen. Man zahlt einen jährlichen Beitrag (der sich an der Größe des Waldstückes orientiert) und bekommt seinen Wald kompetent gepflegt und bewirtschaftet. Im Falle einer zusätzlichen Holzvermarktung über das Forstamt zahlt man zwischen 3%-5% des Holzverkaufserlöses.
  1. Forstliche Dienstleister beauftragen
    Es gibt viele private Dienstleister, welche die in Ihrem Wald anstehenden Maßnahmen gegen Bezahlung für Sie durchführen. Dazu sollten Sie sich im Internet einen Dienstleister in Ihrer Nähe suchen und ein Angebot einholen.
    Wir bei wald-wird-mobil.de arbeiten an einer unkomplizierten Vermittlung von Dienstleistern, so dass Sie künftig schnell das für Sie am besten geeignete Angebot erhalten und nutzen können.
  1. Den Wald verkaufen
    Hierbei wird zuerst eine Waldbewertung durchgeführt. Diese ist meist kostenpflichtig. Ist der Waldwert ermittelt, können Sie Ihren Wald z.B. über unsere Waldbörse verkaufen, welche wir Ihnen kostenfrei zur Verfügung stellen. Sie gehört zu den am stärksten genutzten Börsen im Bundesgebiet.

Die wichtigsten Fragen und Antworten für Waldeigentümer:

Für Grundstücke -und das beinhaltet auch Waldeigentum- wird eine Grundsteuer erhoben. Dies geschieht individuell von den Städten bzw. Gemeinden. Sie wird jedes Jahr neu festgesetzt und quartalsweise abgebucht. Die Höhe der Grundsteuer setzt sich aus einem vom Finanzamt vorgegebenem Einheitswert und dem von der Gemeinde festgelegten Hebesatz zusammen. Die Höhe der Grundsteuer können Sie bei Ihrer Stadt oder Gemeinde erfragen.

Wer Wald besitzt ist auch im Allgemeinen verpflichtet, eine Unfallversicherung abzuschließen bzw. einer Berufsgenossenschaft beizutreten (die Kosten variieren hierbei). Denn Arbeiten im Wald weisen im Vergleich zu anderen Tätigkeiten ein höheres Unfallrisiko auf.
Nur wenn Ihr Waldeigentum kleiner als 0,25 Hektar ist, können Sie sich auf Antrag von der Unfallversicherung und deren Beiträge befreien lassen.
Sie werden jetzt vielleicht sagen: Aber ich möchte gar nicht in meinem Wald arbeiten!

Es sollte jedoch darauf hingewiesen werden, dass eine gesetzliche Verpflichtung für den Eigentümer besteht, den Wald im Sinne der Nutz,- Schutz- und Erholungsfunktion zu bewirtschaften (§11 BWaldG). Dies gewährleistet den Erhalt aller wichtigen Waldfunktionen. Auch minimiert dies bspw. die Chance einer Massenvermehrungen (Kalamität) von Forstschädlingen sowie eine Ausbreitung auf umliegende Waldbesitztümer.
Der Eigentümer, von welchem der Schaden ausgeht, ist in diesem Fall schadensersatzpflichtig gegenüber dem Geschädigten. Eine regelmäßige sowie nachhaltige Waldpflege, welche einen gesunden und stabilen Waldbestand ermöglicht, ist der beste Garant dies zu verhindern und unvorhersehbare Kosten zu vermeiden.

Zu Beginn sollten Sie sich überlegen, ob Sie den Wald behalten oder lieber verkaufen möchten. Wald muss keine Belastung für den Eigentümer darstellen – selbst dann nicht, wenn dieser kein ausreichendes Waldwissen besitzt. Waldbesitz kann auch dann große Freude bereiten!

  • Sie möchten Ihren Wald dennoch lieber verkaufen? Informieren Sie sich bitte unter Punkt 6 „Wie kann ich meinen Wald bestmöglich verkaufen?“
  • Sie möchten Ihren Wald behalten? Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn Sie ihn selber bewirtschaften möchten, finden Sie in unserer Rubrik „Basiswissen zur Waldbewirtschaftung“ wichtige praktische Hinweise, welche Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.
    Möchten Sie Ihren Wald von Dritten bewirtschaften lassen, dann können Sie sich entweder Beförstern lassen, private Dienstleister verpflichten oder einem forstlichen Zusammenschluss beitreten.Informationen dazu finden Sie bei unserer „Checkliste Wald geerbt“ unter dem Reiter „Betreuungslösungen im Überblick“.
    Wir arbeiten mit großem Engagement daran, dass Ihnen künftig weitere attraktive Alternativen zur Verfügung stehen, mit deren Hilfe Sie Ihren Wald gemäß Ihren eigenen Wünschen pflegen und gestalten können. Unser Newsletter hält Sie diesbezüglich kostenfrei auf dem Laufenden!

Bei Fragen rund um den Wald sind in erster Linie der zuständige Förster des örtlichen Forstamtes, private Dienstleister und forstliche Zusammenschlüsse Ihre ersten Ansprechpartner. Alle Landesforstverwaltungen betreiben eine Webpage, auf welcher die örtlich zuständigen Forstämter gelistet sind oder eine Kontaktstelle benannt wird, an welche Sie sich wenden können. Die Ämter vermitteln Sie in der Regel an einen zuständigen Revierförster, welcher Sie bei Fragen rund um die Waldbewirtschaftung beraten kann. Alternativ kann man Ihnen forstliche Zusammenschlüsse in Ihrer Region benennen.

Auch wir von wald-wird-mobil.de arbeiten aktiv an Lösungen, um Sie künftig als Waldeigentümer noch effizienter mit Hilfsangeboten rund um Ihren Wald versorgen zu können. Dies schließt beispielsweise eine Lösung zur zielgerichteten sowie unkomplizierten Vermittlung privater Forstdienstleister mit ein.

Viele Privatwaldeigentümer lassen sich von ihrem zuständigen Förster betreuen oder sind Mitglied in einem forstlichen Zusammenschluss. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen diese jedoch die Daten möglicher Grundstücksnachbarn nicht an Dritte weiter geben. Der erste Schritt wäre dennoch, sich an Ihren zuständigen Förster zu wenden. Dieser kann Ihnen dann Informationen geben, wie Sie im Einzelfall weiter vorgehen können. Oftmals kann in diesen Fällen eine unkomplizierte Kontaktvermittlung mit vorherigem Einverständnis des Bestandesnachbarn stattfinden.

Ein verbindlicher Waldwert kann von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen (http://www.bvs-ev.de/home/) im Rahmen eines Waldwertgutachtens ermittelt werden. Dies ist aber kostenpflichtig und lohnt sich oftmals erst ab einer gewissen Waldbesitzgröße. Es gibt jedoch sehr grobe Richtwerte für Reinbestände, welche als erste Orientierungspunkte dienen können, um eine grundsätzliche Vorstellung vom Waldwert zu erhalten. Die Preise beziehen sich auf den Quadratmeter. Ein Hektar Wald umfasst 10.000 Quadratmeter.

Baumart Preis pro m2 Preis pro Hektar
Fichte 1,00€ 10.000 €
Kiefer 0,50 € 5.000 €
Eiche/Buche 1,20€ 12.000 €

Beispielrechnung:

Wenn Sie also 0,43 ha Fichtenwald ihr Eigen nennen, dann entspricht dies einem groben Richtwert von 4300 €.

Natürlich ist der Preis eines Waldes –neben der vorherrschenden Hauptbaumart- von vielen weiteren Faktoren abhängig. So spielt zum Beispiel das Alter und die Qualität der Bäume, die Ertragsfähigkeit eines Standortes (im Fachjargon „Bonität“ genannt) und die Lage des Waldstückes eine wichtige Rolle. Bei der oben stehenden Tabelle handelt es sich folglich um grobe Durchschnittswerte für Bestände, in welchen nur eine Baumart vorkommt (sogenannte „Reinbestände“).

Wir bei wald-wird-mobil.de suchen nach einer Lösung, welche Ihnen künftig mit wenig Aufwand einen auf Ihren Bestand individuell zugeschnittenen Waldwert vorgeben kann. Dieser Service wird kein Gutachten eines Sachverständigen ersetzen, wird jedoch deutlich genauer als die oben stehenden Durchschnittswerte sein. Er hat somit einen hohen Praxiswert für Sie als Waldeigentümer als auch für Waldinteressierte.

Sie wissen nicht, was Sie mit einem Waldstück tun sollen und möchten es gerne verkaufen? Das ist kein Problem! Sie können Ihren Wald kostenfrei auf unserer Waldbörse zum Verkauf anbieten. Wichtig wäre hierbei nur, dass Sie die Größe und Lage Ihres Waldes kennen. Danach melden sich einfach bei unserer Waldbörse an und stellen ihr Waldstück mit Kurzbeschreibung und/oder einem Foto online. Unsere Waldbörse existiert bereits seit dem Jahr 2009 und wird täglich von sehr vielen Interessenten aus dem gesamten Bundegebiet besucht.
Bei einer Erbengemeinschaft handelt es sich um mindestens zwei Personen, die das Erbe eines Verstorbenen antreten.

Es gibt zwei Arten von Erbengemeinschaften:

  • Die „auseinandergesetzte Erbengemeinschaft“:

Bei einer auseinandergesetzten Erbengemeinschaft besitzt jeder Erbe ein gleich großes Teil des Grundstückes (also eine kleine Parzelle), für das er verantwortlich ist und das er eigenständig bewirtschaften kann.

  • Die „unauseinandergesetzte Erbengemeinschaft“:

Bei dieser Form der Erbengemeinschaft teilen sich die Erben jeden einzelnen Quadratmeter und Baum ihres Waldstückes. Die praktische Waldpflege und –bewirtschaftung kann sich dabei etwas komplizierter gestalten als im ersten Fall. Sollte ein Baum gefällt werden oder andere Arbeiten im Wald anstehen, so muss zuvor ein Mehrheitsbeschluss aller Erben vorliegen. Jeder besitzt de facto ein Stück vom selben Baum.

Erbengemeinschaften können in der Tat aufgelöst werden. Ist sich jedoch die Mehrheit der Beteiligten einig (Mehrheitsbeschluss), wie das Grundstück bewirtschaftet werden soll, dann kann eine Erbengemeinschaft bestehen bleiben. Trotz eines Mehrheitsbeschlusses kann jedoch von einem Miterben nicht verlangt werden, dass dieser Eigenkapital in eine Bewirtschaftungsmaßnahme investiert, die er nicht durchführen möchte.

Soll eine Erbengemeinschaft aufgelöst werden, gibt es drei Wege, dies zu tun:

  1. Auszahlung
    Möchte einer der Erben das Grundstück behalten, die anderen Erben möchten es jedoch verkaufen, so können diese ausgezahlt werden und das Grundstück geht an den Erben über, der es behalten möchte.
    Dies ist jedoch nur möglich, wenn sich alle Erben über die Höhe der Auszahlungssumme einig sind und dieser Preis auch gezahlt werden kann. Natürlich sind auch hierbei Ratenzahlungen möglich.
  1. Verkauf des Grundstückes
    Das geerbte Grundstück kann an einen interessierten Dritten verkauft werden. Auch hier müssen sich alle Walderben einig sein und es ist im Vorfeld wichtig, den Wert des Grundstückes zu ermitteln oder nach den Preisen vergleichbarer Grundstücke zu recherchieren. Auch Erbengemeinschaften können selbstverständlich unsere Waldbörse für den Verkauf der Fläche nutzen.
  1. Teilzahlungsversteigerung
    Besonders bei zerstrittenen Erbengemeinschaften wird oftmals dieses Verfahren angewendet. Den Antrag zur Teilzahlungsversteigerung kann jeder einzelne Miterbe beim zuständigen Gericht stellen. Ein vom Gericht zugelassener Sachverständiger schätzt dann den Grundstückswert. Die Kosten dafür trägt der Antragsteller, sie werden jedoch mit dem erzielten Verkaufserlös verrechnet. Der Gutachter legt einen Versteigerungszeitraum fest. Hat man Glück, kommen viele Interessenten – hat man Pech, so erscheinen nur Wenige und das Grundstück wird ggf. unter seinem eigentlichen Wert verkauft. In jedem Fall gilt: Eine einvernehmliche Einigung aller Miterben ist immer die beste Lösung.
Ein Flächentausch wird oftmals bei so genannten „Handtuchflächen“ durchgeführt. Solche Flächen sind oftmals mehrere hundert Meter lang, aber nur wenige Meter breit und lassen sich dadurch sehr schwer bewirtschaften.

Ein freiwilliger Flächentausch hilft, solche Splitterflächen zusammen zu legen und somit größere, leichter zu bewirtschaftende Einheiten zu schaffen.

Ein Flächentausch kann jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn alle beteiligten Waldeigentümer einverstanden sind. Dazu müssen die Waldeigentümer zuerst gefunden werden (siehe Punkt 1). Anschließend können die Eigentümer gemeinsam beim zuständigen Amt in ihrem jeweiligen Bundesland einen Antrag stellen. Die zuständigen Ämter haben je nach Bundesland unterschiedliche Bezeichnungen. In Bayern und Sachsen handelt es sich zum Beispiel um das „Amt für ländliche Entwicklung“, in Baden- Württemberg um das „Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung“ und in Thüringen das „Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung“.

Wurde das Verfahren vom Amt offiziell in Gang gesetzt, wird zuerst ein Tauschhelfer gestellt. Die Kosten für ein Flurbereinigungsverfahren variieren je nach Bundesland. Häufig werden die Verfahren auch vom Staat gefördert.

Basiswissen: Rechte und Pflichten von Waldeigentümern

Waldeigentum bietet großartige Chancen – verpflichtet jedoch auch. Deswegen geben wir an dieser Stelle Waldeigentümern einen ersten Überblick über die Rechte und Pflichten und erläutern wo Sie sich weiterführend informieren können.

Rechtlicher Rahmen

  • Rechte und Pflichten rund um den Walderhalt und die Waldbewirtschaftung werden im Bundeswaldgesetz (BWaldG) und in den Landeswaldgesetzen (LWaldG) aufgeführt
  • Dabei gibt das BWaldG den rechtlichen Rahmen vor und die jeweiligen Landesgesetze konkretisieren bestimmte Abschnitte des BWaldG
  • Hier finden Sie ausführliche Informationen zum BWaldG und den LWaldG

Kann ich selber entscheiden was ich mit meinem Wald mache?

  • Waldeigentümer haben das Recht ihr Eigentum selbstständig zu nutzen, Sie sind jedoch dazu verpflichtet, Ihren Wald im Sinne der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes ordnungsgemäß und nachhaltig zu bewirtschaften (§11 BWaldG)
  • Wald darf nur vollständig gerodet oder in andere Landnutzungen umgewandelt werden nachdem die zuständige Behörde auf Landesebene dazu eine Genehmigung erteilt hat.

Wer kann alles meinen Wald betreten?

  • Die Allgemeinheit hat grundsätzlich das Recht Ihren Wald zu betreten und zur Erholung zu nutzen. Besucher müssen sich jedoch angemessen verhalten, so dass daraus kein Nachteil für Sie oder Ihren Wald entsteht. Auf Landesebene werden Einzelheiten hierzu geregelt. Demnach kann das Betreten des Waldes in manchen Fällen eingeschränkt werden. Dies kann beispielsweise aus Schutzzwecken geschehen.

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Wie steht es rechtlich um die Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht?

  • Die Verkehrssicherungspflicht von Waldeigentümern wird in §14 des Bundeswaldgesetzes aufgeführt und in den jeweiligen Landeswaldgesetzen konkretisiert. §14 definiert, dass die Nutzung von Straßen und Wegen im Wald, vor allem bei waldtypischen Gefahren, auf eigene Gefahr geschieht. Ob der Waldeigentümer in konkreten Fällen haftbar für Unfälle gemacht werden kann, ist stark vom Einzelfall abhängig. Es wird von Kriterien wie z.B. dem Zustand und Standort des Waldes sowie dessen Zugänglichkeit abgeleitet. Besonders wichtig ist zudem, ob es sich um einen öffentlichen Weg handelt. Um es aber erst garnicht auf den Einzelfall ankommen zu lassen und vor allem auch möglichen Schaden von Dritten abzuwenden, ist jeder Waldeigentümer gut beraten, wenn er mögliche Risiken minimiert, die von seinem Wald ausgehen können. Dies schließt beispielsweise das rechtzeitige Entfernen morscher Bäume und/oder hochhängender Totäste in der Nähe von Straßen, Wegen oder Waldparkplätzen ein.
    Weitere Informationen finden Sie hier:

Hinweis: Alle Angaben, welche die wald-wird-mobil.de auf ihrer Webpage macht sind grundsätzlich ohne Gewähr. Insbesondere möchten wir an dieser Stelle darauf hinweisen, dass wir weder zur Rechtsberatung berechtigt sind, noch, dass wir diese anstreben. Sollten Sie als Waldeigentümer in einen Streitfall geraten, so holen Sie sich bitte professionellen Rechtsbeistand und wenden Sie sich diesbezüglich ausschließlich an die dafür zuständigen Stellen.

Basiswissen: Finanzielle Förderung für Waldeigentümer

Der Staat weiß um den umfassenden Wert, welcher von einer nachhaltigen Waldwirtschaft im deutschen Privatwald ausgeht. Im Interesse der Allgemeinheit unterstützt er daher Privatwaldeigentümer finanziell bei der ordnungsgemäßen Pflege und Bewirtschaftung ihrer Wälder.

Ein Thema, welches jeden Waldeigentümer interessieren sollte ist daher die finanzielle Förderung von forstlichen Maßnahmen. Gerne möchten wie Ihnen diesbezüglich einen ersten Überblick geben, damit Sie die Möglichkeiten erkennen, welche daraus für Sie und Ihren Wald resultieren können.

In Bezug auf die Förderung von Maßnahmen ist es grundsätzlich besonders sinnvoll, Mitglied eines forstlichen Zusammenschlusses zu sein. Denn bei forstlichen Förderungen gibt es eine so genannte Bagatellgrenze. Damit ist die Grenze gemeint, unter der es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht lohnt eine Maßnahme zu fördern. In Thüringen liegt diese Grenze zum Beispiel bei 500€ (Förderrichtlinie Thüringen), sie richtet sich jedoch an den unterschiedlichen Maßnahmen aus und kann daher im Einzelfall variieren. Wer Mitglied in einem forstlichen Zusammenschluss ist, profitiert also davon, dass sein Waldstück zusammen mit anderen Flächen bewirtschaftet wird und er somit entsprechende Förderanträge stellen kann. So kommt man leichter über die Bagatellgrenze hinaus und riskiert keine Ablehnung des Antrages. Zudem gibt es auch spezielle Förderungen, welche nur forstliche Zusammenschlüsse erhalten können.

Grundsätzlich ist es wichtig zu wissen, dass der Bund einen Rahmen zur forstlichen Förderung vorgibt. Zuständig für die Förderung sind jedoch die Länder. Diese können eigene Förderrichtlinien verabschieden, welche sich in dem vom Bund gesteckten Rahmen bewegen. Die Richtlinien der einzelnen Bundesländer variieren demnach.

Im Folgenden möchten wir Ihnen die allgemeinen Gegenstände der forstlichen Förderung vorstellen, welche vom Bund vorgesehen sind.

In Deutschland werden grundsätzlich folgende Bereiche finanziell gefördert (bitte anklicken):

a. Waldumbau
(Förderhöhe 70-85% der Ausgaben)

b. Jungwuchs- und Dickungspflege
(Förderhöhe 50% )

c. Bodenschutzkalkung
(Förderhöhe 90-100%)

a. Wegebau
(Förderhöhe 60-90%)

b. Holzkonservierungsanlagen
(Förderhöhe 30%)

a. Waldpflegeverträge
(Förderhöhe bis 2ha 120€/Vertrag/Jahr)
(Förderhöhe ab 2 ha degressiv fallender Fördersatz)

b. Mitgliederinformation- und aktivierung (Neue Mitglieder)
(Förderhöhe 50€/Mitglied)

c. Mitgliederinformation bestehender Mitglieder
(Förderhöhe 10€/Mitglied)

d. Zusammenfassung des Holzangebotes
(Förderhöhe 1€/fm – 2€/fm)

e. Koordinierung des Holzabsatzes
(Förderhöhe 0,20€/fm)

f. Personalisierung von Zusammenschlüssen
(Förderhöhe 50-90%)

Eine Erstaufforstung wird mit 100% gefördert.

Zusätzlich dazu kann jedes Bundesland die Vorgaben des Bundes spezifizieren. Dies macht auch daher Sinn, da sich die vorkommenden Baumarten sowie andere regionale Gegebenheiten der Bundesländer stark unterscheiden.

Ihr örtliches Forstamt kann Ihnen genauere Informationen bzgl. der in Ihrem Bundesland zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten geben.

Wir von wald-wird-mobil.de arbeiten momentan an einer Möglichkeit, um den „Förder-Dschungel“ für Waldeigentümer und forstliche Zusammenschlüsse künftig durchdringlicher zu gestalten. Unser Newsletter informiert Sie darüber, sobald neue Informationen bereit stehen!

Basiswissen: Waldbewirtschaftung

Von der Sprühfarbe bis zur Ernte: So bereiten Sie eine Durchforstung vor, wenn Sie selbst aktiv Ihren Wald gestalten wollen. Aber auch, wenn Sie einen Profi dafür engagieren, so lohnt es sich für Sie, wenn Sie sich ein wenig Basiswissen zur Waldbewirtschaftung aneignen.

1. Was Sie benötigen

Um einen Waldbestand zu Durchforsten muss dieser zuerst „ausgezeichnet“ (markiert) werden. Das bedeutet, dass diejenigen Bäume markiert werden, die entfernt werden müssen und diejenigen, die dauerhaft stehen bleiben sollen.

Dafür benötigen Sie geeignetes Farbspray oder -falls Sie die Bäume nicht dauerhaft markieren möchten- Markierungsbänder. Geben Sie einfach in einer Internetsuchmaschine „Forstbedarf“ein. Unter den ersten Treffern befinden sich entsprechende Versandhandel, welche über ein reiches Angebot an forstlichem Markierspray und –bändern verfügen.

Achten Sie dabei darauf, dass es sich um Signalfarben handelt, welche man gut im Wald erkennen kann. Beim Auszeichnen sollten Sie zudem darauf achten, die Sprühfarbe nicht direkt einzuatmen. Tragen Sie auch besser alte Kleidung, welche schmutzig werden darf. Forstmarkierfarbe bekommt man aus Textilien kaum mehr entfernt.

2. Auszeichnen

Auszeichnen bedeutet, diejenigen Bäume zu markieren die entfernt werden müssen und diejenigen, die auf jeden Fall dauerhaft stehen bleiben sollen. Doch bevor in einem Waldstück Bäume geerntet werden können, muss eine „Feinerschließung“ vorhanden sein. Dies bedeutet, dass in einem Abstand von 20 Metern Schneisen angelegt werden, auf denen Holzerntemaschinen fahren können, um das Holz zu ernten und aus dem Wald zu transportieren. Auf diesen -in der Regel 4 Meter breiten- Schneisen (sogenannte „Rückegassen“) werden alle Bäume entfernt. Die Gassen werden bei allen, in den darauffolgenden Jahrzehnten anstehenden, Maßnahmen immer wieder genutzt.

Diese Gassen erfüllen ein wichtigen Zweck: Dadurch, dass die Holzerntemaschinen nicht in dem gesamten Waldbestand fahren, konzentriert sich die Verdichtung des Bodens lediglich auf die befahrenen Schneisen. Dies dient dem Bodenschutz und spielt eine wichtige Rolle im Hinblick auf die natürliche Verjüngung des Waldes. Denn auf stark verdichteten Böden können sich auftreffende Samen nur schwer zu jungen Bäumen entwickeln.

Wichtig bei der Anlage von Rückegassen ist, dass diese alle parallel zueinander verlaufen und bestenfalls an beiden Enden auf einem befahrbaren Waldweg enden. Denn das Wenden von den großen Holzerntemaschinen ist auf den schmalen Schneisen nicht möglich.

Ist die Feinerschließung vorhanden, können Sie mit dem Auszeichnen beginnen. Dafür gibt es ein paar einfache Regeln.

Gehen Sie in Ihr Waldstück, schauen Sie sich aufmerksam um und suchen Sie nach einem Baum, der im Vergleich zu den anderen vitaler aussieht. Also ein Baum, der bereits einen mindestens durchschnittlichen Durchmesser, einen besonders geraden Stamm und eine gut ausgeprägte, grüne Krone aufweist, welche nicht einseitig ausgebildet ist. Auch ist es gut, wenn der Baum vergleichsweise „feinastig“ ist, d.h. wenn er keine Veranlagung dazu hat, grobe Seitenäste mit starkem Durchmesser auszubilden. Hintergrund dazu ist, dass starke Astdurchmesser einen negativen Einfluss auf die spätere Holzqualität und somit auf den Holzpreis haben können.

Die zuvor benannten Eigenschaften passen zu Ihrem Baum? Dann, gehen Sie nun noch einmal, um diesen herum und überprüfen Sie, ob er Schäden am Stamm aufweist, welche bspw. zu einem Eindringen von Pilzerkrankungen führen und/oder den späteren Holzwert mindern können. Wenn dies nicht der Fall ist, dann eignet sich der Baum als so genannter „Z-Baum“ (Zukunfts-Baum). Dieser Baum wird am längsten von allen Bäumen auf Ihrer Waldfläche verbleiben und Sie -oder Ihre Kinder- werden ihn somit sehr lange begleiten. Diese Bäume weisen am Ende den höchsten Holzwert von allen Bäumen Ihres Waldbestandes auf.

Ihr ausgewählter Zukunfts-Baum sollte nun dauerhaft markiert werden, damit er erkenntlich ist und im Laufe der Jahre entsprechend behandelt werden kann. Hierfür verwenden Sie bspw. weiße Farbe und ziehen auf Sichthöhe ein Band um den Stamm.
Glückwunsch! Jetzt haben Sie Ihren ersten Z- Baum ausgewählt und markiert. Schauen Sie sich noch einmal seine Krone an. Wahrscheinlich berühren die Kronen umliegender Bäume bereits die ihres Zukunfts-Baumes oder nehmen ihm zumindest einen Teil des Lichtes. Licht bedeutet jedoch Wachstum und ist somit auch wichtig für die Baumstabilität sowie eine Erhöhung des Baumwertes für Sie. Daher sollten Sie nun Ihrem gut veranlagten Z- Baum Platz verschaffen, damit er mehr Licht bekommt und sich optimal entwickeln kann. Markieren Sie dazu zwei bis maximal drei „bedrängende“ Nachbarbäume, welche später entfernt werden, um Ihren Z-Baum zu fördern. In einem bislang ungepflegten, sehr engen, dunklen Waldbestand markieren Sie lieber nur bis zu zwei Bedränger, da hier ein zu starker Eingriff Ihren Wald instabil gegen starken Wind machen kann. Waldbestände müssen grundsätzlich immer mit „Fingerspitzengefühl“ an Veränderungen gewöhnt werden, da die Bäume etwas Zeit benötigen, um sich auf neue Begebenheiten einzustellen. Wenn Sie sich also unsicher sind, wie viele Bäume zu entnehmen sind, dann entnehmen Sie lieber etwas weniger, um dann zu einem späteren Zeitpunkt weitere Bäume folgen zu lassen. Lieber „häufig und mäßig“ anstatt „selten und stark“ eingreifen, sollte in derartigen Beständen der Leitsatz lauten. Ihr Wald kann sich somit Schritt für Schritt an die veränderten Bedingungen anpassen und ist z.B. weniger Gefahren durch Wind- und Sturmschäden ausgesetzt.
Sie haben nun ihren ersten Z-Baum mit den dazu gehörigen Bedrängern markiert. Jetzt suchen Sie sich den nächsten Z-Baum aus. Dabei ist es wichtig, dass ein gewisser Abstand eingehalten wird. Zwischen zwei Z- Bäumen sollten ungefähr 10 Meter liegen, also 10 große Schritte. Diese 10 Meter sind nur ein Richtwert. Es dürfen auch acht oder zwölf Meter sein. Insgesamt sollte jedoch auf ausreichend Abstand geachtet werden, da die Z- Bäume noch viele Jahrzehnte stehen bleiben sollen. Im Laufe dieser Zeit werden sie entsprechend starke Stämme sowie ausladende Kronen entwickeln. Es wäre daher ungünstig, wenn sich Ihre Z-Bäume später aufgrund eines zu gering gewählten Abstandes gegenseitig bedrängen.

3. Dienstleister finden

Nun haben Sie Ihren Bestand ausgezeichnet. Der nächste Schritt ist die Entnahme der Bäume, das heißt die Holzernte. Dafür benötigen Sie in der Regel einen Forstdienstleister, der für Sie die Bäume fällt. Die Fällung kann auf zwei verschiedene Arten und Weisen erfolgen: Erstens „motormanuell“, das heißt, dass ausgebildete Waldarbeiter (Forstwirte) mit Motorsägen die zu entnehmenden Bäume fällen und anschließend die Äste entfernen, damit lediglich der Stamm übrig bleibt. Die zweite Methode wäre die „maschinelle“ oder auch „mechanisierte“ Holzernte. Dabei fährt eine Holzerntemaschine (unter Förstern „Harvester“ genannt) auf den Rückegassen in den Bestand und fällt und entastet die Bäume. Diese Arbeitsweise ist deutlich sicherer, da der Maschinenführer in der geschützten Kabine des Harvesters sitzt und diesen steuert. Die Gefahr einer Verletzung durch herunterfallender Äste oder umstürzende Bäume wird dadurch minimiert. Auch die körperliche Belastung ist deutlich geringer. Darüber hinaus fallen die Kosten für den Waldeigentümer niedriger aus. Ein gut ausgebildeter Fahrer kann sich zudem überaus schonend in Ihrem Wald bewegen, so dass keine dauerhaften Schäden zurückbleiben.

Nach der Ernte werden die Stämme aus dem Waldbestand transportiert und an den nächsten LKW-befahrbaren Waldweg gebracht. Diesen Prozess nennt man im Fachjargon „Holzrückung“. Die Holzrückung erfolgt bei langen Stämmen mit „Rückeschleppern“ (eine Art Traktor mit starken Seilwinden) sowie bei kürzeren Stammstücken mit „Forwardern“, welche die Stämme mit einem Kran auf den -an einem Korb erinnernden- hinteren Teil des Fahrzeugs aufladen und dann an einem gut erreichbaren Waldweg abladen. Dort können sie dann vom Holzkäufer auf speziellen LKW aufgeladen und abgeholt werden. Übrigens: Soll die Abfuhr besonders schonend erfolgen und sollen Instandsetzungskosten vermieden werden, so wählt man dazu trockene Frostperioden: Gefrorene Waldwege nehmen nahezu keinen Schaden, wenn große Lasten auf ihnen bewegt werden. Dieses Prinzip gilt für den Maschineneinsatz im gesamten Wald.

Der Lebenszyklus eines bewirtschafteten Waldes

Hier stellen wir einen exemplarischen Lebenslauf eines Waldbestandes dar. Dadurch können Sie die wichtigsten Bewirtschaftungsmaßnahmen vom Zeitpunkt der Pflanzung bis zur Ernte erkennen.

Bestandsbegründung (Pflanzung)

Gepflanzt wird in Waldbeständen, in denen keine Naturverjüngung aufkommt (also dort, wo die Bäume sich nicht eigenständig vermehren) oder in Waldbeständen, in die man neue Baumarten einbringen möchte. Auch kann sie dazu dienen, Freiflächen neu mit Bäumen zu besiedeln. Dies kann beispielsweise nach starken Stürmen notwendig werden, welche die alten Bäume umgeworfen haben. Die Pflanzung hat unter anderem den Vorteil, dass die jungen Bäume weniger Konkurrenz durch andere Pflanzen erfahren. Sie werden aufgrund des Wachstumsvorsprungs weniger schnell von diesen überwachsen. Nachteil der Pflanzung ist, dass sie den Eigentümer mehr Geld kostet als die Naturverjüngung. Sie sollten also zu Beginn die Vor- und Nachteile abwägen. Um Ihre Kultur vor Wildverbiss zu schützen, können Sie entweder die Bäume einzeln gegen Verbiss schützen, einen Zaun um die bepflanzte Fläche bauen oder einen Jäger bitten, dort gezielt und vor allem regelmäßig auf Jagd zu gehen (dafür ist jedoch ein Hochsitz erforderlich).

Auch in den Jahren bis zur Kultur- und Jungwuchspflege sollten Sie ihre jungen Bäume pflegen. Entfernen Sie regelmäßig die schnell wachsenden Gräser und anderen unerwünschten Begleitwuchs, damit diese den Bäumen nicht das Licht nehmen.

Kultur- und Jungwuchspflege (bis 2m Baumhöhe)

Die Kultur- und Jungwuchspflege wird bis zu einer Baumhöhe von 2 Metern durchgeführt. Ziel ist es, die jungen Bäume bestmöglich zu unterstützen bis sie hoch genug geworden und somit den typischen Gefahren entwachsen sind, die vor allem junge Bäume betreffen. Besonders wichtig ist dabei das Entfernen von Begleitvegetation, wie beispielsweise Gräsern, welche den jungen Pflanzen Licht und Wasser streitig machen können. Auch werden ungewünschte, sehr schlecht veranlagte Bäume entnommen. Dies sind beispielsweise „Sperrwüchse“, welche sich überdurchschnittlich breit machen und umliegende Bäume bedrängen. Ebenfalls kann die Baummischung reguliert werden, indem bestimmte Baumarten gefördert und andere Baumarten entfernt werden.

Läuterung (bis 15m Baumhöhe)

Ab einer Baumhöhe von 2 m bis 15 m führt der Waldeigentümer eine Läuterung durch, um weiterhin gezielt die besonders gut veranlagten Bäume zu fördern. Dadurch werden diese vitaler und der Holzuwachs kann auf diese Nachwuchstalente gelenkt werden. Hierzu werden zuerst Pflegepfade angelegt, die eine leichtere Orientierung auf der Fläche ermöglichen. Auf diesen Pflegepfaden werden alle Bäume entfernt. Sie sind in der Regel 1,5m breit und werden in einem Abstand von 20m angelegt. Später können sie zu „Rückegassen“ vergrößert werden, welche über das gesamte Bestandesleben erhalten bleiben und somit wiederholt genutzt werden. Dadurch wird nicht der gesamte Waldboden durch anstehende Arbeiten belastet.

Nach welchen Kriterien bei der Auswahl der zu fördernden Bäume vorgegangen wird, können Sie in unserer Rubrik „Basiswissen Waldbewirtschaftung“ nachlesen.

Bitte bedenken Sie, dass von Anfang April bis Ende Juni zum Schutz brütender Vögel keine Läuterungseingriffe in jungen Beständen durchgeführt werden sollten.

Durchforstung (ab 17m Baumhöhe)

Zeitpunkt und Häufigkeit einer Durchforstung richten sich nach den Baumarten und ihren Ansprüchen. Zu Beginn sollten Sie sicher stellen, dass in Ihrem Bestand eine Feinerschließung vorhanden ist. Die zuvor angelegten Pflegepfade können in das Gassensystem integriert werden. Die genaue Beschreibung, wie ein Feinaufschluss angelegt wird finden sie hier.

Ab einem ungefähren Durchmesser von 15cm können Sie bereits eine Wertastung an den bestveranlagten „Zukunftsbäumen“ durchführen, welche sie im Rahmen der Läuterung ausgewählt haben. Dies gilt insbesondere bei den Baumarten Kirsche, Ahorn, Lärche und Douglasie. Wie das funktioniert können Sie hier nachlesen.

Im Laufe der Jahre sollten Sie regelmäßig Ihre Zukunftsbäume pflegen. Das bedeutet, dass bedrängende Bäume, die in die Kronen der Zukunftsbäume einwachsen oder diese beschatten, entnommen werden sollten. Solche Maßnahmen finden in der Regel in einem Rhythmus von ca. 10 Jahren statt.

Derartige Durchforstungen finden in einem Zeitraum von ca. 70 Jahren statt. Sie führen zu einer kontinuierlichen Abnahme der Stammzahl in Ihrem Wald. Diese ist notwendig, um genügend Platz zu schaffen für das Wachstum ihrer Zukunftsbäume. Die im Rahmen der Durchforstung entnommenen Bäume können bei Verkauf bereits attraktive Einnahmen für den Eigentümer generieren. Die verbleibenden Bäume bilden hingegen einen stabilen Waldbestand und wachsen immer weiter in einen höheren Wert hinein.

Auflichten des Bestandes und Pflanzung junger Bäume

In dieser Phase Ihres Waldbestandes können Sie bereits einzelne Zukunftsbäume nutzen. Dadurch kann mehr Licht auf die Fläche gelangen und somit oftmals eine natürliche Verjüngung Ihres Waldes eingeleitet werden. Dies rührt daher, da Licht und Wärme die Samen der Altbäume aufkeimen lassen. Auch bestehen nun die Voraussetzungen    für eine „künstliche Verjüngung“, bzw. der Pflanzung junger Bäume. Ziel ist es in beiden Fällen, früh eine neue Baumgeneration zu etablieren, bevor der gesamte ältere Baumbestand genutzt wird. Entnehmen Sie dazu jedoch nicht zu viele der älteren Bäume. Halbschatten- und Schattenbaumarten wachsen gerne unter einem so genannten „Schirm“ heran – also im Schatten und Schutz von großen Altbäumen. Lichtbaumarten dagegen vertragen eine Beschattung nicht so gut, wie ihr Name bereits suggeriert. Überlegen Sie sich also, welche Bäume sie pflanzen möchten, beziehungsweise schauen Sie, welche Bäume -im Fall einer natürlichen Verjüngung- von alleine wachsen wollen und fördern Sie diese bis sie sich etabliert haben. Fördern heißt hierbei: Die Schützlinge erhalten ausreichend Platz und Licht, um zu vitalen Bäumen heranzuwachsen und Ihren Wald der Zukunft bilden zu können.

Entnahme der Z-Bäume nach Etablieren des Jungbestandes 

Jetzt ist Erntezeit und die Fürsorge der vergangenen Jahrzehnte wird belohnt! Die Zukunftsbäume haben ein Alter erreicht, indem Sie an Wert kaum weiter zulegen. Das Risiko, sie nun durch Baumkrankheiten, Insekten etc. zu verlieren steht also in keinem guten Verhältnis zur Wertsteigerung. Daher können Sie diese Bäume nun fällen und zu einem guten Preis verkaufen. Ein weiterer Vorteil: Die kleineren Bäume, welche im Schatten der Alten herangewachsen sind, bekommen nun mehr Licht und können sich in ihrem Wachstum frei entfalten. Sie bilden Ihren neuen Waldbestand!

Um einen -optisch und ökologisch attraktiven- zweischichtigen Waldbestand sowie ein klein wenig Beschattung zu erhalten, können Sie einzelne „Überhälter“ stehen lassen. Dies sind einzelne ältere Bäume, welche locker verstreut auf der Fläche verbleiben.

Beachten Sie bitte: Beim hier beschriebenen „Lebenszyklus“ handelt es sich um eine vereinfachte, schematische Darstellung. Unterschiedliche Baumarten und Baumartenmischungen benötigen aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften und Ansprüche verschiedene Behandlungsformen. Auch spielt der Standort des Waldes (z.B. Boden und Klima) diesbezüglich eine große Rolle. Je nach Baumart, Standort und Behandlung des Waldes können sich die benannten Zeiträume somit erheblich verkürzen oder auch verlängern.

Vor allem aber haben auch Ihre „Produktionsziele“ und persönlichen Interessen als Waldeigentümer (z.B. Erholung, Totholzreichtum, Erhöhung der Artenvielfalt, Klimaschutz) einen Einfluss auf die Behandlung Ihres Waldes. Diesbezüglich möchten wir Ihnen künftig gerne an dieser Stelle zunehmend alternative Handlungsmöglichkeiten vorstellen, welche Ihren Wünschen entsprechen!