Holzwert

Für Waldeigentümer, die bislang nicht viel mit Forstwirtschaft zu tun haben, ist es besonders schwierig einzuschätzen, was die Bäume in ihrem Wald wert sein können. Allgemeine Informationen zum Holzmarkt und der Preisbildung von Holz finden Sie hier.

Holzmarkt

Beim Holzpreis verhält es sich wie bei dem Preis von jedem anderen marktfähigen Gut: Auch er wird von Angebot und Nachfrage bestimmt.

Angebot und Nachfrage unterliegen wiederum verschiedensten Schwankungen. Eine Naturkatastrophe, wie beispielsweise ein starker Sturm, kann den Holzpreis erheblich beeinflussen. Wenn viele Bäume umfallen und vorzeitig geerntet werden müssen, entsteht zwischenzeitlich ein Überangebot an Holz. Infolgedessen kann der Holzpreis sinken.

Einhergehend mit einem erhöhten Umweltbewusstsein steigt jedoch auch vielerorts die Nachfrage nach dem erneuerbaren Rohstoff Holz. Dadurch sind in den letzten Jahren die Holzpreise vieler Baumarten in Deutschland gestiegen. Dies gilt insbesondere für Nadelholz, welches sehr stark von den Abnehmern nachgefragt wird und das nicht mehr in ausreichenden Mengen auf die Märkte gelangt.

Um Ihnen ein erstes Gefühl zu vermitteln, was Ihr Holz wert sein kann, möchten wir Ihnen exemplarische Preisspannen für häufig vorkommende Baumarten nennen. Hierbei handelt es sich um Holz von mittlerer Qualität.

Die Preise werden neben Baumart und Qualitätsklasse ebenfalls von Durchmesser und Länge des Holzes bestimmt. Dies rührt daher, dass diese Merkmale einen großen Einfluss auf die mögliche Holzverwendung haben.

HINWEIS: Beachten Sie zudem bitte, dass Holzpreise regional und saisonal sehr stark schwanken können. Die von uns benannten Preisspannen dienen somit ausschließlich zur groben Orientierung und können je nach Bundesland und Zeitpunkt von den aufgeführten Preisen abweichen.

Fichte

Güteklasse B/C

Mittendurchmesser 25-29cm
(Stärkeklasse 2b)

80-100 € / Efm

Kiefer

Güteklasse B/C

Mittendurchmesser 25-29cm
(Stärkeklasse 2b)

60-80 € / Efm

Rotbuche

Güteklasse C

Mittendurchesser 40-49cm
(Stärkeklasse 4)

60-70 € / Efm

Eiche

Güteklasse B

Mittendurchmesser 40-49cm
(Stärkeklasse 4)

250-310 € / Efm

Details zu den Maßeinheiten m3, Efm, Fm und Vfm.

Holzsortierung

Vor dem Verkauf wird das Holz in verschiedene Klassen eingeteilt, welche die Verwendungsmöglichkeit und somit auch den Preis bestimmen – denn nicht jeder Stamm ist gleich dick, gleich lang und hat die selben Qualitätsmerkmale.

Die Einteilung kann in jedem Bundesland ein wenig anders verlaufen. Im Allgemeinen können drei Sortierungsarten unterschieden werden:

  • Stärke
  • Güte
  • Verwendungszweck

Bei der ersten Art der Sortierung -der Stärkesortierung- wird das Holz je nach Durchmesser verschiedenen Kategorien zugeordnet. Sortiert man gemäß Güteklasse wird auf die Qualität des Holzes geachtet. So hat natürlich ein Stamm mit faulen Stellen oder vielen großen Astlöchern einen anderen Wert als ein Stamm der diese Merkmale nicht aufweist. Zuletzt ist es auch möglich Holz nach dem Verwendungszweck zu unterteilen. Ein klassisches Beispiel stellt hierbei „Industrieholz“ dar, welches auch zur Papier- und Zellstoffproduktion verwendet wird.

Qualitätsmerkmale des Holzes

Damit das Holz den jeweiligen Klassen zugeordnet werden kann, müssen verschiedene Merkmale des Holzes ausgewertet werden.

So wird das Holz zum Beispiel auf ungewünschte Merkmale kontrolliert. Diese Merkmale beeinträchtigen die Qualität des Holzes in Bezug auf den späteren Verwendungszweck. Sie können sich in der Form und der Struktur des Holzes aber auch anderweitig äußern. Ein Pilzbefall kann beispielsweise zu einer Wertminderung des Holzes führen, da das Holz dadurch instabiler und/oder optisch beinträchtig ist.

Einige beispielhafte Merkmale, die den Holzwert stark beeinträchtigen können sind:

  • Astigkeit
    Zahl und Durchmesser aller erkennbaren Äste und Astnarben des Baumes.
  • Krümmung
    Wenn der Stamm nicht gerade gewachsen ist. Dies erschwert die Verarbeitung und Holzausbeute stark.
  • Abholzigkeit
    Wenn der Durchmesser eines Stammes überdurchschnittlich stark abnimmt (mehr als 1 cm Durchmesserveränderung je laufendem Meter).

Nähere Informationen

Für genauere Informationen zur Holzqualität und den Stärkeklassen des Holzes klicken Sie bitte hier. Das Dokument enthält zusätzlich Beispielbilder zur Vermessung von unterschiedlichen Holzmerkmale. Darüber hinaus kann es als Grundlage zur Gestaltung von Holzkaufverträgen genutzt werden.

Gute Holzqualität

Holz muss, je nachdem wo es später verwendet wird, verschiedene physikalische und optische Eigenschaften aufzeigen die es für den gewünschten Einsatz geeignet machen oder nicht. Die höchste Güteklasse, also diejenige, welche die wertvollsten Hölzer beinhaltet, stellt Güteklasse „A“ dar. Nur Hölzer, die sehr gute Eigenschaften haben werden dieser Kategorie zugeteilt. Aber: Was sind die Holzeigenschaften, welche den Wert des Holzes steigern?

Je nach Baumart und Verwendungszweck variieren natürlich auch die Eigenschaften, welche sich ein Holzkäufer wünscht und für die er bereit ist viel Geld zu zahlen. Allgemein sind in der Güteklasse „A“ Hölzer mit ausgezeichneter Qualität erfasst, die gesund sind und keine ungewünschten Holzmerkmale aufweisen bzw. nur solche Merkmale, welche für die spätere Verwendung unbedeutend sind. Furnierholz ist in der Regel das wertvollste dieser Hölzer und muss unter anderem auch „vollholzig“, „geradschaftig“ und –so weit wie möglich- „astrein“ sein. Darüber hinaus darf es keine Verfärbungen oder anderen Beeinträchtigungen aufweisen.

  • vollholzig
    Ein Baum ist vollholzig wenn der Durchmesser sich pro laufenden Meter am Stamm nur um weniger als 1 cm verändert. D.h. es handelt sich hierbei um Bäume deren Durchmesser von „Kopf bis Fuß“ wenig variiert. Ihre Form gleicht somit eher einem Zylinder als einem Kegel.
  • geradschaftig
    Bäume, deren Stämme gerade wachsen bzw. nur eine sehr geringe Krümmung aufweisen.
  • astrein
    Wenn der Stamm eines Baumes (fast) frei von Ästen und Aststümmeln ist.

Interessant zu wissen ist:

Der höchste Wert eines Baumes steckt in den untersten Metern des Stammes. Hier hat der Stamm die wenigsten Äste und den größten Durchmesser, also am meisten Holzvolumen.

m3, Efm, Fm und Vfm

Die Maßeinheiten bei der Berechnung des Holzvolumens

Neben den zuvor benannten gewünschten Holzeigenschaften ist der Durchmesser natürlich ein wichtiges Maß für die Sortierung von Holz, da er einen großen Einfluss auf dessen Verwendungsmöglichkeit ausübt. Auch wird er –zusammen mit der Länge- für die Berechnung des Holzvolumens benötigt. Das Holzvolumen wird aus der Stammlänge und dem sogenannten Mittendurchmesser berechnet. Dies ist der Durchmesser, welcher an der Stammmitte gemessen wird (je nach Anforderung mit oder ohne Rinde). Ist ein Stammstück beispielsweise 4 Meter lang, so misst man den Mittendurchmesser bei 2 Metern.

Das Holzvolumen kann in Kubikmetern (m3) ausgedrückt werden. Im forstlichen Bereich nennt man einen Kubikmeter an reinem Holzvolumen auch Festmeter (Fm). Das Volumen eines Stammes wird folgendermaßen berechnet:

  • Volumen= π/4 x d2 xl
    d: Mittendurchmesser
    l: Länge des Stammes

Gut zu wissen: Im Gegensatz zu einem Festmeter (1 m3 reines Holzvolumen) wird ein Kubikmeter gestapelten Holzes, mitsamt den Hohlräumen bzw. der Luft dazwischen, gewöhnlich Raummeter (Rm) genannt.

Die Einheiten, die bisher erklärt wurden, beschreiben Eigenschaften von liegendem (bereits gefälltem) Holz. Es gibt auch Einheiten, die das Holzvolumen von noch stehendem Holz im Waldbestand beschreiben:

Der Begriff Vorratsfestmeter (Vfm) ist ein Maß für das Volumen an Holz mit einem Durchmesser von mehr als 7 cm mit Rinde. Anstatt dem Mittendurchmesser bei Stämmen, wird bei stehenden Bäumen der Brusthöhendurchmesser (BHD) ermittelt. Dies ist der Durchmesser des Baumes in 1,30 Metern Höhe.

Übrigens:

Der wertvollste Baum des Jahres 2014 war in Thüringen eine Eiche, deren Stamm (circa vier Kubikmeter Holz) für stolze 12 700 Euro versteigert wurde (Quelle: ThüringenForst AöR).